Wendland quo vadis?

Podiumsveranstaltung der Grünen Werkstatt Wendland mit den Landratskandidat*innen zur Zukunft des Wendlands

Sowie eine umfangreiche Plakatausstellung von Studierenden der HAWK Hildesheim: „ X Möglichkeiten für den Schlachthof Steine“ zeigt Planspiele einer Transformation.

Moderator:
Andreas Krüger – BELIUS Stiftung Berlin

Wann und Wo?
Montag 30.August 2021 18.00 -20.00 Uhr Prießeck 7 ¼

Ausstellungsöffnung ab 16.00 Uhr

Zu einer öffentlichen Podiumsveranstaltung hat die Grüne Werkstatt Wendland alle Landratskandidatinnen und Kandidaten zum 30.8. um 18.00 Uhr in den Garten von Prießeck 7 ¼ eingeladen. Inhalte des moderierten Gespräches werden die Vorstellungen der Landratskandidatinnen und Kandidaten zu einer zukünftigen Regionalentwicklung sein, um diese mit den bisherigen Bemühungen der Grünen Werkstatt Wendland abzugleichen. Wie sind die Vorstellungen der Kandidat*innen für eine nachhaltige Regionalentwicklung, ihrer Positionierung innerhalb der Verwaltung und zur Festigung der Kooperation mit der Grünen Werkstatt Wendland?

Zentrale Fragen aller ländlichen Regionen sind: Wie gelingen ökologische, soziale und ökonomische Innovationen in ländlichen Räumen? Wie ließe sich der Fachkräftemangel beheben und wie junge Familien dauerhaft ansiedeln? Worin werden die Aufgaben einer zukünftigen Wirtschaftsförderung bestehen? Damit verbunden ist der aktuelle Handlungsbedarf im Bereich Wohnraum: „Wie verträgt sich die Ausweisung von Neubaugebieten mit dem Klima-, dem Denkmalschutz?“ „Welche ganz konkreten Möglichkeiten hat eine Landrätin oder ein Landrat hier steuernd einzugreifen und wie sehen diese Steuerungsmechanismen aus?“

„Welche Ideen gibt es für die Transformation von ungenutzten Wohnraumpotentialen, Industriebrachen und Konversionsflächen?“

Die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Stadt und Land und ihrem Nutzen für den ländlichen Raum werden Thema sein, denn der Landkreis ist Teil der Metropolregion Hamburg. Gemeinsam mit dem Landkreis und Partnern in den Nachbarkreisen hat die Grüne Werkstatt Wendland die Konzeption für einen nachhaltigen Strukturwandel rechts und links der Mittleren Elbe erarbeitet. Dieses Konzept richtet den Blick auf einen neu gedachten Kooperationsraum mit bisher nicht beachteten Potentialen.

Eine Plakatausstellung zeigt beispielhaft die lebendige Kooperation der Grünen Werkstatt Wendland mit einzelnen Hochschulen: Eine studentische Gruppe der HAWK Hildesheim – Studiengang Gestaltung hat sich im vergangenen Semester mit dem Schlachthof Steine auseinandergesetzt. Gezeigt werden Planspiele auf realem Hintergrund, die eine Fülle von Ideen für die Umnutzung einer Industrieruine und das Wendland insgesamt offerieren.

Kontakt:
Michael Seelig
Kukate Nr. 2
29496 Waddeweitz


HINTERGRUNDINFORMATIONEN:

Zur Plakatausstellung der HAWK Hildesheim
Im Sommersemester 2021 beschäftigten sich 39 Studierende der Fakultät Gestaltung der HAWK am Standort Hildesheim mit den Möglichkeiten zur Umnutzung einer Schlachthalle innerhalb des leerstehenden Schlachthofkomplexes in Steine.

1 Dorf / 15 Wochen / 39 Studierende / 10 Teams / 10 Konzepte

In 10 interdisziplinären Teams, bestehend aus angehenden Innenarchitekten*innen, Lighting und Farb Designer*innen, erarbeiteten diese innerhalb von 15 Wochen visionäre Nutzungskonzepte für den Innen- und Außenraum. Bei der Recherche und Grundlagenermittlung zu ihren Entwürfen nahmen sie die Ideen, Wünsche, Anregungen und Kritik von Anwohnern auf, tauschten sich mit Bürgerinitiativen und Interessenverbänden aus und informierten sich bei der Grünen Werkstatt e.V. und dem Landkreis Lüchow-Dannenberg über regionale Entwicklungsprozesse.

Diese Ergebnisse bildeten die Grundlage für die verschiedenen Konzepte. Im Fokus standen die kreative Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Bestandsgebäude und eine bespielhafte Innenraumgestaltung in der ehemaligen Schlachthalle.

Die Entwürfe sind keine finalen Realisierungsvorschläge, sondern zeigen vielmehr die immensen Möglichkeiten auf und verstehen sich als Richtungsgeber bei der Neu- und Umgestaltung von Steine.

Zur Arbeit der Grünen Werkstatt Wendland

Neue Arbeit, neue Wege, neues Wohnen sind die miteinander zusammenhängenden Begriffe unter denen die Grüne Werkstatt Wendland als gemeinnütziger Verein seit 2010 regionale Entwicklungsarbeit geleistet hat. „Wie können Innovationen in den Landkreis geholt und Fachkräfte gewonnen werden?“ Viele der vergangenen Projekte der letzten 10 Jahre wurde in enger Kooperation mit dem Landkreis, der Stabstelle Regionale Entwicklungsprozesse und der Wirtschaftsförderung des LK erfolgreich durchgeführt. In enger Abstimmung mit dem Landrat wurden mehr als 1 Mio.€ Fördermittel eingeworben. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit standen der Aufbau von Kontakten zu zahlreichen Professor*innen unterschiedlicher Hochschulen und die Vernetzung mit regionalen Wirtschaftspartnern. Zahlreiche Design Camps, Workshops und Exkursionen führten viele Studierende in die Region, manche sind geblieben, andere sind wieder gekommen und haben hier ihren Platz gefunden. Meilensteine waren die Förderung der Design Camps durch Mittel des EMT Netzwerks der Wirtschaftsförderung. die Förderung eines Bildungsclusters durch den Stifterverband der Deutschen Wissenschaften und der Aufbau des Postlabs durch die Förderung des Bundesinstitutes Ländliche Entwicklung. Das Tiny Living Festival der Grünen Werkstatt Wendland fand 2019 in Prießeck statt. In den letzten 9 Monaten hat die Grüne Werkstatt gemeinsam mit dem Landkreis eine Konzeption für das Mittlere Elbetal als Innovationslandschaft für einen zukunftsfähigen Strukturwandel erarbeitet. Am 3.9. wird ein Förderbescheid erwartet. „Junge Leute braucht das Land!“ Das Thema zieht sich wie ein roter Faden durch viele Projekte. Wir glauben, dass mit dem Konzept „Die  Region als Campus“ jener zukunftsfähiger Strukturwandel und eine eigenständige regionale Entwicklung angestoßen werden kann. Der eklatante Mangel an gesuchtem Mietwohnraum im ländlichen Bestand ist eines der großen Hindernisse, junge Familien in der Region anzusiedeln und junge Familien in der Region zu halten. Deshalb soll ein eigenständiger Regionalfond zur Finanzierung innovativer Entwicklungsprozesse ins Leben gerufen werden.

Die zahlreichen Förderprojekte haben junge Leute ins Wendland geführt und einen entscheidenden Beitrag zur Sichtbarkeit des Landkreises und  zu seinem Image als kreative Region beigetragen. Das Wendland wurde so zum Sehnsuchtsland vieler großstadtmüder Menschen. Das PostLAB ist erfolgreich als Co-working- und Begegnungsraum installiert. Hier arbeiten die Stabstelle Regionale Entwicklungsprozesse, die Wirtschaftsförderung, das Projekt Wendlandleben, der Verein Bauwerk, die Touristiker mit der Grünen Werkstatt Wendland eng zusammen.